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Viele Menschen, darunter Laien,  passionierte Fleischesser aber auch Ärzte und Ärztinnen aller Fachbereiche (psychisch und physisch) würden dem Veganismus ohne langes Zögern den Stempel “Essstörung” aufdrücken. Und ich kann das sogar nachvollziehen. Grundsätzlich definiert man eine Tendenz zur Essstörung wie folgt:

1. Essen ist mit Ängsten verbunden: Sie haben ständig Angst, zuviel zu essen und dadurch zuzunehmen. Sie kontrollieren ihr Gewicht sehr streng und ändern Ihr Essverhalten bei einer geringfügigen Zunahme sofort.

2. Essen gegen den Stress: Sie neigen dazu, Misserfolge, Enttäuschungen und andere negative Gefühle durch Essen zu kompensieren – das berühmte “Frustessen”.

3. Essen beherrscht Ihr Denken: Sie sind von morgens bis abends nur damit beschäftigt, Kalorien zu zählen und Ihre Mahlzeiten zu planen. Sie verwenden so viel Energie darauf, dass andere Dinge zu kurz kommen.

4. Essen mit Kontrollzwang: Spontan etwas zu Essen, weil Sie Lust darauf haben und es einfach nur zu genießen, das können Sie schon gar nicht mehr. Sie halten sich an strenge Diätpläne und teilen Lebensmittel ganz genau in “erlaubte” und “verbotene” ein.

5. Essen als unbekannte Größe: Sie können nicht mehr einschätzen, wie groß eine vernünftige Mahlzeit ist. Manchmal stürzt Sie schon eine kleine Menge von süßem oder fettem Essen in fürchterliche Gewissenskonflikte.

6. Essen ohne Gefühle: Sie haben schon lange keine Hungergefühle mehr verspürt und/oder wissen nicht mehr, wie es ist, sich angenehm “satt” zu fühlen, weil Sie regelmäßig über die Sättigung hinaus essen.

7. Essen außer Kontrolle: Sie essen nicht in regelmäßigen Abständen oder zu festgelegten Mahlzeiten, sondern mal viel, mal wenig, mal direkt aus dem Kühlschrank, ohne einen Überblick darüber zu behalten. Oder Ihr ansonsten sehr kontrolliertes Essverhalten wird durch Heißhungeranfälle unterbrochen. Sie leiden darunter, dass Sie völlig die Kontrolle über sich verlieren.

Quelle


Laut obiger Definition ist also nur das fett gedruckte eine wirkliche Schnittmenge von Veganismus und Essstörungen.
Wichtig: Ich spreche in diesem Beitrag nur von mir, und leite daraus Schlüsse ab. Dies ist rein subjektiv und gilt sicher nicht für alle Veganerinnen oder Essgestörte! Aber meine vielen Gespräche und Erfahrungen mit anderen lassen mich empirisch zu dem Schluss kommen, dass ich nicht allein bin. Mit vielen Dingen nicht.


 

2009, am 4. August wurde ich Veganerin. Es trat jemand in mein Leben, der mich mit Chocolate Chip Cookies (!) vom Veganismus überzeugte und mich für diese tierleidfreie Lebensweise begeisterte. Endlich eine Antwort auf einen Teil meines Weltschmerzes.
Von 0 auf 100 sprichwörtlich: Vor meiner veganen Zeit war ich omnivor. Ich kochte gern und sehr gut, aber z. B. Backen war nun nicht so meins. Ich ass viel industriell gefertigte Nahrung und hatte schon viel mit Ernährung und ihrer psychischen Rolle zu tun gehabt.

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Denn ich war von meinem 12. bis zu meinem 23. Lebensjahr esssüchtig. Ich bin wog in dem Moment, als ich meine Ärztin um Rat ersuchte, wer sich in meiner Unistadt auf Essstörungen spezialisiert hatte, 140 Kilo. (Ich könnte Bilder zeigen, da erkenne ich mich selbst kaum. Die Vorstellung soll an dieser Stelle reichen.) Dass ich krank war, ich litt an binge eating, hatte ich erst kurz zuvor durch Internetrecherche heraus gefunden. Vorher wusste ich nur, dass etwas nicht stimmt mit mir. Fressanfälle, um Emotionen abzudämpfen, immer weitere Gewichtszunahme, Mobbing als Teufelskreis, Verletzungen und Anfeindungen, es musste endlich aufhören. Meine Familie, meine Freunde, Ärzte, keiner schöpfte Verdacht. Oder wollte es nicht.

Ich habe die Esssucht mithilfe einer Therapie, Ernährungsumstellung und Sport besiegt, habe mich innerhalb des Jahres 2004 um 70 Kilo halbiert (viel zu schnell) und stand hinterher als neuer Mensch vor mir selbst. Hormone, Stoffwechsel, Psyche machten das nicht so flexibel mit wie die neuen, kleineren Kleidergrößen. Die Suche nach meiner Identität begann bzw versuchte, auf sich aufmerksam zu machen.
(Fast überflüssig zu erwähnen, welchen Wert mein erweitertes Umfeld von Kommilitonen und Kollegen meiner Abnahme beimaß: Einen grotesk wichtigen. Es schien so, als sei ich jetzt erst ein richtiger, attraktiver, beachtenswerter Mensch, der ich mit 140 Kilo nicht gewesen war? Ich war binnen von Tagen die Komplimente satt, die mich nur auf mein Äußeres reduzierten, ich war innen immer noch Dieselbe. Ich war davon unendlich verletzt.)

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Schlank zu werden und schlank zu bleiben ist weit voneinander entfernt. Diese 70 Kilo zu verlieren hatte mich enorm viel Kraft gekostet und ich wollte sie auf keinen Fall wieder haben. Aber Sucht ist etwas Übermächtiges. Etwas Dunkles, das dich packt und kaum wieder loslassen wird. Die Essstörungen sind untereinander “verschwestert”, genauso wie andere Süchte nach Sport, Shopping oder Internet. Das bedeutet: Essstörungen gehen manchmal fliessend ineinander über. Und andere Süchte haben es bei Suchtcharaktern sehr leicht. Es gab Zeiten, in denen ich nicht arbeitete, oder sogar Vollzeit, und ich war täglich 2 bis 3 Stunden im Fitnesscenter. Kontrolle, Wahn, Besessenheit. Sucht eben. Ich war in einer psychosomatischen Klinik stationär zwei Monate und machte von morgens bis abends fast nur Sport. Nie hab ich mich so fit und entspannt gleichzeitig gefühlt. Aber das ist eben nicht das echte Leben, die Glasglocke ist kein Dauerzustand. Mir wurde immer wieder gesagt, dass es ein Segen für mich ist, mich zur Drug Free Youth zu zählen. Warum? Medikamente, Alkohol, Rauchen, das alles liegt dem Suchtcharakter nochmal näher. Ich wusste das mit 16 ohne Therapeutin, deshalb u.a. entschloss ich mich ja auch dazu.

Mein Wissen und meine Erfahrung sammle ich aus dem was mir passiert ist und der Kompetenz von verschiedenen therapeutischen Fachkräften (Körper- und Psycho-Therapeuten, Ernährungsberater, Physiotherapeuten) , die mich über 6 Jahre durch die Essstörungen hindurch begleiteten. Halt, Plural? Ja. Wie angesprochen sind die Grenzen fliessend, jemand, die mal Esssucht hatte, kann leicht auch in die Magersucht abrutschen. Immer mehr abnehmen, man fühlt sich so mächtig und leicht, wenn man hungert und dir Waage immer weniger anzeigt. Wie die Knochen sichtbar werden. Die Kleidung schlabbert. Ich kenne das, ich sehe die Symptome um mich herum, ein Schatten von Mensch kauft Blasen-Tee im Supermarkt. Und nur den. Die Foren und Bilder im Netz sind voll von thigh gap und Ana. Aber sie kennen auch Mia sehr gut. Auch ich habe sie auch kennen gelernt.

5 Jahre nach meinem Triumph über die Esssucht passierte sie mir. Denn Bulimie passiert. Du tust sie nicht, machst sie nicht mit dir, nichts Aktives ist am Erbrechen von (zuviel) Essen. Unter dem Deckmantel der Kontrolle, der Macht über dich, das Essen, deinen Körper GESCHIEHT ES MIT DIR. Das ist für NICHT-Betroffene sicher recht schwer nachvollziehbar. Aber Betroffene wissen, was ich meine. Atypische Bulimia nervosa hatte ich, zwei Jahre lang, ich habe eigentlich jede Mahlzeit erbrochen, war stundenlang beim Sport und brannte dadurch langsam aus, mein Kaliumlevel war am Ende erschreckend niedrig, ich hatte jegliche Freude am Essen verloren, das mir so wichtig und lieb geworden war. Denn zum Veganismus war im selben Jahr passiert. Das eine hatte bei mir aber nichts direkt mit dem anderen zu tun. Da waren sich die Fachleute sicher.

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Bulimie passiert dir zum Beispiel, wenn du von etwas, dass du nicht ändern kannst, das dich seelisch einsperrt oder mental gefangen hält, sprichwörtlich ANGEKOTZT bist. Es hat nur zum Teil mit Essen und Gewicht zu tun gehabt bei mir. Und keiner hat es gemerkt. Zwei Jahre, die ich nicht allein wohnte, sondern in WGs. Es ist die unsichtbare der Essstörungen und dennoch so gefährlich wie die anderen beiden. Man sagt, sieh dich im Raum um, wo du gerade bist, und circa jede dritte Frau hat oder hatte Bulimie. Bei Männern gibt es sie inzwischen vermehrt als Form der Sport-Bulimie (Definition).
Ich habe Menschen kennengelernt, die das haben, und auch sie versuchen, dem Druck standzuhalten. Denn der Druck steigt, immer zu leisten, wert zu sein, wie Ideale auszusehen, bei selfies top zu wirken, angesagt zu sein und es zu bleiben… Der Druck zerreisst die, die instabil sind.

Photoshop your life.
falsches Körperbild….
true.

Mia ist weg. Ich bin sie losgeworden, als ich die Dinge ändern und eliminieren konnte, die mich zerrissen haben. Ab und zu hat sie bis vor ein paar Jahren nochmal einen Versuch gewagt, blitzte in Gedanke auf und wollte mich locken, es wieder mit ihr zu versuchen. Bislang konnte ich sie wegschicken. Aber vielleicht bleiben sie immer ein Teil meines Lebens. Wenn auch nur als Schatten. Wer weiss.

Ich habe meine Sucht immer mit dem des Alkoholismus verglichen, mit dem Unterschied, dass wir nicht “trocken werden” können. Wir müssen essen. Um zu überleben. Es ist unsere Energie, um alles zu meistern. Und diese wünschte ich mir ohne Tierleid, ungebrochen. Die Freude am Essen und essen machen kam wieder und dennoch blieb der Satz der Fachleute im meinem Kopf: Veganismus ist auch eine Art Essstörung.
Zurück zum Anfang, warum ich diese Schlußfolgerung nämlich verstehen kann: ich und die meisten vegan lebenden Personen, die ich kenne, feiern Essen. Auswärts, zuhause, neue Produkte, tolle Geschmäcker, jeden Tag aufs Neue reden wir, was alles in vegan möglich ist, was wir vermissen, was wir schon immer mal probieren wollten,  was wir essen, schon gegessen haben, noch essen werden… Hm. “Was wir essen, schon gegessen haben, noch essen werden” ist dasselbe Muster, das Essgestörte auch aufweisen. Alles dreht sich ums Essen. Im Kopf, am Tag, es ist elementar wichtig.

Es geht so vielen Anderen so. Auch VeganerInnen, zum Beispiel ist zu lesen im Blog vollvegan, was mich ganz traurig machte, weil ich ihr so gut nachempfinden kann:

Nachdem sich aber so viele andere Bloggerinnen dazu bekannt haben, und es hauptsächlich positive Resonanz dazu gab, will ich jetzt auch damit raus. Ich fand es tröstlich, dass ich mit dem Problem nicht allein bin, gerade wenn ich die vielen leckeren Essensfotos der anderen sehe, fühle ich mich oft minderwertig, weil ich immer daran denke, dass ich es nie schaffen würde, einen ganzen Kuchen zu backen und ihn nicht gleich alleine aufzuessen. Das ist auch einer der Gründe, wieso es bei mir keine Rezepte und wenig Essens-Fotos gibt. Es ist selten vorzeigbar, da ich bei allem, was richtig lecker ist, Angst habe, zu viel zu essen.

Dort fand ich auch etwas, worüber ich nie nachdachte, bevor ich für diesen Artikel recherchiert hab:

Ophthal mophoba5. März 2013 21:16
Ich kann dich so gut verstehen. Ich würde nie öffentlich machen was für ein Leiden Essen für mich bedeutet, weil ich Angst habe Menschen könnten Veganismus dann damit in Verbindung bringen.

Und einen Kommentar, der mit dem DRUCK zu tun hat, von dem ich schon schrieb:

Saskia20. März 2012 19:02
Peter, ich als Übergewichtige kann nur soviel dazu sagen bzw. wie ich es erlebe. In unserer Gesellschaft herrscht ein übertriebener Körperkult. Ein Schlankheitsideal, welches teilweise die Formen annimmt, dass sich Frau mit Größe 36/38 schon zu fett fühlen muss, weil die Plakate/Werbung etc. “Frauen” präsentiert, die 32/34 tragen. Einem wird suggeriert: schlank=schön=erfolgreich=liebenswert. Und das sind alles erstrebenswerte Eigenschaften für junge Mädchen/Frauen, die ergeizig sind. “Dicke” gelten allerdings als dumm, faul, maß und disziplinlos. Leider immer noch. Vielen ist es vielleicht nicht bewusst, aber gerade im Teenageralter, wo viele ihre Essstörungen entwickeln, ist man anfällig für Körperbilder in Werbung und Co. und man vergleicht. Dann stellt man fest, dass man nicht ins Ideal passt und versucht dagegegn anzugehen, sprich abzunehmen, macht Diäten, treibt Sport und Co. Es können sich Essstörungen entwickeln, oder eben nicht. Bei mir war es ebenfalls so, dass ich mit 16/17 eine Binge Eating Störung entwickelte (…) Ich war dick, wollte für die Gesellschaft abnehmen, habe gehungert, und Essanfälle bekommen, weil ich verzweifelt war und ganz tief drinnen eigentlich so akzeptiert werden wollte, wie ich war.
[… ] Denn würde unsere Gesellschaft auch Vielfalt hinsichtlich der Körperformen akzeptieren, würde sich auch niemand falsch oder minderwertig vorkommen, wer nicht ins Ideal/die Norm passt.

Interessanterweise findet sich hier neben den Massenmedien-Körperidealen die Facette, das mir auch bei der Recherche begegnete: Dicksein als Kapitalismuskritik und Zeichen von Disziplinlosigkeit, wie es auch andern Orten besprochen wird. (Dazu wird es in dieser Reihe einen separaten Artikel über fat shaming geben. Natürlich ist PETA wieder mit Negativbeispielen mit vorne dabei.)

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(c) yahoo style, Blogger Jes Baker

Eine Sache noch: wenn Veganismus schwer fällt, sollte man es lassen. Wenn man den Sinn darin nicht mehr sieht, auch. Viele VeganerInnen, mit denen ich darüber spreche, sind entweder die health addicts, die alle Nährwerte und Kalorien kennen, sehr bedacht wertvoll essen oder die, die wie omnivore Foodies auch, Essen förmlich zelebrieren, und meist auch Ersatz-Produkte verwenden, um beinah wie zuvor zu leben. Nur eben ohne Tierleid. Ich bin von allem etwas. Und dadurch vielleicht (immer noch) essgestört….?

(c)Stew at Heirloom Vegetarian. (Stephen Hui)

Dieser Artikel soll zur Diskussion anregen, wie der eigene Veganismus das Leben bestimmt oder verändert hat.
Soll denen sagen, die denken, sie sind allein mit einer der drei großen Essstörungen Esssucht, Anorexia, Bulimie DU BIST NICHT ALLEIN und Profis können dir helfen. Allein geht es nicht.
Deshalb habe ich ihn geschrieben und so viel persönliches geteilt. Denn die Gefahr ist und bleibt, dass jeder mit seinen Komplexen und seinem Druck allein dasteht und sich manche nicht zu helfen wissen.

Zur Diskussion: Kommentare zum Thema Veganismus = Essstörung sind sehr willkommen! Genauso wie andere Beiträge zu Themen, die hier angeschnitten wurden. Danke. (kat)


 

Anhang

Essstörungen gehören in der westlichen Gesellschaft zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen – mit mehr oder weniger deutlichem Suchtcharakter. Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, wobei Mischformen häufig und die Übergänge fließend sind. Essstörungen führen zu gravierenden gesundheitlichen, seelischen und sozialen Folgen. Gerade in den letzten Jahren haben sich diese Erkrankungen – nicht nur bei Frauen, sondern zunehmend auch bei Männern und auch bei Kindern – zu einer Problematik mit hoher sozial- und gesundheitspolitischer Relevanz entwickelt. Dies macht ein professionelles und flächendeckendes Theapieangebot unerlässlich.

Quelle

Bulimie – Bulimia nervosa

Kriterien der ICD-10:

Es bestehen eine andauernde Beschäftigung mit dem Essen und eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln. Es kommt zu Essattacken, bei denen große Mengen an Nahrung in kurzer Zeitgegessen werden.

Eine Gewichtszunahme soll vermieden werden durch:

  • selbst herbeigeführtes Erbrechen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • zeitweilige Hungerperioden
  • Einnahme von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten, Entwässerungsmitteln

Es besteht eine krankhafte Furcht, dick zu werden. Oft besteht eine Gewichtsgrenze im Untergewichtsbereich.
In der Vorgeschichte finden sich häufig Episoden von Anorexia nervosa. Diese können voll ausgeprägt oder verdeckt mit einem mäßigen Gewichtsverlust und/oder einem vorübergehenden Aussetzen der Regelblutung gewesen sein.

Magersucht – Anorexia nervosa

Kriterien der ICD-10:

Das Körpergewicht liegt mindestens 15 % unter dem erwarteten oder unter BMI von 17,5.
Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch: Vermeiden von hoch kalorischen Speisen, Einschränkungen der Nahrungsaufnahme und eine oder mehrere der folgenden Möglichkeiten:

  • selbst herbeigeführtes Erbrechen
  • selbst herbeigeführtes Abführen
  • übertriebene körperliche Aktivitäten
  • Gebrauch von Appetitzüglern und/oder Entwässerungsmitteln

Eine Körperschemastörung: Die Angst zu dick zu werden, besteht als eine tief ver-wurzelte, überwertige Idee. Die Betroffenen legen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle für sich selbst an.
Es besteht eine so genannte endokrine Störung, die insbesondere die Hormonproduktion betrifft: Diese ist verringert und führt bei Frauen zu einem Aussetzen der Regelblutung (Amenorrhö), bei Männern zu einem Verlust von sexuellem Verlangen und Potenz.
Beginnt die Erkrankung vor der Pubertät, sind die entsprechenden Entwicklungsschritte verzögert oder gehemmt. Dies zeigt sich z.B. in einem Wachstumsstopp, fehlender Brustentwicklung, Ausbleiben der Regelblutung, kindlichen Genitalien.

Binge-Eating-Störung

Kriterien des DSM-IV

Es kommt zu wiederholten Episoden von „Fressanfällen“. Hier wird eine bestimmte Nahrungsmenge in einem abgegrenzten Zeitraum (z.B. zwei Stunden) gegessen. Diese Menge ist definitiv größer als die, die die meisten Menschen in ähnlichem Zeitraum unter ähnlichen Umständen essen würden. Während dieser Zeit besteht ein Gefühl des Kontrollverlustes über das Essen.

Die Episoden von „Fressanfällen“ treten gemeinsam mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:

  • Es wird wesentlich schneller gegessen als normal
  • Es werden große Nahrungsmengen ohne körperliches Hungergefühl gegessen
  • Aufgrund von Schamgefühlen wegen der Menge wird allein gegessen
  • Im Nachhinein treten Gefühle von Selbstekel, Deprimiertheit oder starker Schuld auf

Wegen der „Fressanfälle“ besteht ein deutliches Leidensgefühl. Die „Fessanfälle“ treten über sechs Monate an mindestens 2 Tagen in der Woche auf. Sie treten nicht in Kombination mit regelmäßigem kompensatorischen Verhalten (z.B. Erbrechen, Fasten) oder ausschließlich im Verlauf einer Anorexia oder Bulimia nervosa auf.

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English version

How might veganism and eating disorders be related? People argue that if you are consistently thinking about food and how and in which ways you are going to obtain your next meal you are already having a disorder. I would say, Veganism is building the ground to be somehow conscious about your food intake but it does not have to be strictly like that. Some are happy, stable people eating what they want whenever they want. Others are foodies, indulging in the looks of the food and again others will be anorexic, bulimic or bing eaters. Because eating disorders happen to everyone, whether vegan or not.

I went throught two of the major three eating disorders myself. All my teenage and young adult life I was obese and a secret binge-eater. Despite 280 pounds: secret. When I shed half of my body within one year, people were shocked and full of compliments. I hated it. I kinda loved me still for me insides and had trouble adjusting to the changed outsides. When experiencing a rough time with mental instability again, I turned bulimic for two years. Nothing I ate stayed in, I was already planning the purge before I even had finished cooking my (vegan) meals.

Binge eating was during my times as an omnivore (age 12 through 23), bulimia happened to me the same year I became a vegan (age 27). The professionals who have been helping me all agreed it was not related to each other, whilst all being against veganism as a form of diet when being someone who has had an eating disorder (and might have tendencies towards it all their life).

Eating disorders are as widespread as the social media landscape and advertising has become, you constantly feel the pressure to be ideal, perfect, inside and out. For those who see something different in the mirror than others are seeing, the pressure will tear them apart and they will seek refuge in the vicious circle of discipline, perfectionism and body image problems. Limiting yourself will always attract criticism as far as it will tell you that your relationship to food is a distorted one.
But veganism is supposed to criticise the way the masses treat and consume animals, what is to be seen apart from veganism that only sees health aspects in this way of diet.

My message to people with eating disorders will always be the same: share your feelings, not with those who give you tips how to excell at your purging, binging or starving, but with your friends and family. It might be the first step of getting (professional) help. There are therapists who will be able to help you on your way out. You are not alone, and no pain you feel is worth ruining your health.

And if veganism is a struggle for you, you might just need to let it go. Comments and mails are welcome (xclusivx.zine@gmail.com) ××× Kat.